Wie alles begann...

Abdruck der Rede des 1. Vorstandes Frank Koller bei der JHV 2004:

Begonnen hatte alles im Herbst 1997. Ich weiß heute beim besten Willen nicht mehr warum sich ein paar Mitglieder des Schäferhundevereins Regen (SV OG Regen) entschlossen hatten, einfach mal etwas Neues anzufangen. Mitentscheidend war sicher die Tatsache, dass die Ehefrau des damaligen Vorsitzenden Georg Raithmeier sowie meine bessere Hälfte Marion seit einiger Zeit stolze Besitzer zweier West Highland White Terrier waren. Erschwerend kam noch hinzu, dass sich unser damaliger Hauptverband (SV) in Augsburg auf Grund akuten Mitgliedermangels neben dem Schutzhundesport ein zweites Standbein suchte. Dies hieß „Agility“. Natürlich konnten wir auf dem ersten Blick nicht viel mit diesem Begriff anfangen. Darüber hinaus gab es weit und breit keinen Hundesportverein, dem wir ein bisschen über die Schulter schauen konnten. Eins war uns und ein paar anderen sofort klar. Hier schien es eine Möglichkeit zu geben, bei der man auf eine ganz andere Art und Weise aktiven Hundesport betreiben konnte. Dies erregte vor allem Neugier beim weiblichen Mitgliederanteil der OG Regen. Schnell waren einige Interessenten gefunden. Nun galt es die erste Hürde zu nehmen. Die Anschaffung eines eigenen Parcours - Kostenpunkt ca. 6500,00 DM. Da dieser Betrag mehr als 50 Prozent des damaligen Vereinsvermögens ausmachte schien die Sache schon gescheitert. Zu dieser Zeit war ich als Schriftführer eines von insgesamt sieben Vorstands- mitgliedern der OG Regen. Wie bereits zu Beginn erwähnt, war unsere Renate ganz zufällig mit dem 1. Vorsitzenden verheiratet. Macht also schon einmal zwei. Mein Schwiegervater, Werner Steinbüchel, war zu dieser Zeit amtierender Ausbildungswart und mit meiner hunde- sportbegeisterten Schwiegermama Anita verheiratet. Also waren wir schon zu dritt. Margot Stoiber, begeisterter Agilityfan und später auch Pressewartin hatte mit ihrem Ehegatten Josef Stoiber als Platzwart ebenfalls eine Stimme in der Vorstandschaft. Macht zusammen vier. Doch damit noch nicht genug. Thomas Schuster, unser damaliger Zuchtwart, war schon immer schnell für alles zu begeistern und stellte sich sofort auf unsere Seite. Somit waren der Kassier (mit Tränen in den Augen) und der Jugendwart schnell überstimmt.

Auf der anschließenden Jahreshauptversammlung Anfang Januar 1998 wurde nach anfänglichen Bedenken durch einige Mitglieder die Sparte Agility innerhalb des Schäferhundevereins Regen gegründet. Wer Spartenleiter wurde, da dürft Ihr dreimal raten und als Kassier stellte sich Renate Raithmeier zur Verfügung. Dies war, wie bereits erwähnt, nur durch die Unterstützung der damaligen Vorstandschaft möglich. Im Frühjahr 1998 wurde dann durch die Firma Pedigree Pal unser jetziger Parcours angeliefert.
Die Tatsache, dass wir uns vorgenommen hatten, diese Hundesportart für alle Rassen und auch für Mischlinge aller Größen und jeden Alters anzubieten bescherte uns in kürzester Zeit einen enormen Mitgliederzuwachs. Zum Ende des Jahres zählte allein die Sparte schon 31 Mitglieder. Am 25. Oktober 1998 fand auch die erste sparteneigene Veranstaltung statt. Es war unsere erste Begleithundeprüfung bei der insgesamt sieben reine Agilitysportler mit ihren Hunden teilnahmen.

Im Jahr 1999 trauten wir uns das erste Mal auf die Turnierbühne. Regensburg, Traunreut, Buchloe, Germering und Burghausen waren unsere ersten Stationen. Damals schon hatten wir eine Gabe dafür, immer irgendwie aufzufallen. Sei es durch Leistung oder eben durch andere kleinere Zwischenfälle. Schnell waren unsere drei Westies Axel, Cäsar und Bingo überall bekannt. Doch das lag nicht nur an den Hunden, sondern vielmehr auch an den Führern. Unvergessen die Szene, als unsere Hunde sich auf einem Turnier gegenseitig apportiert hatten und wir dann einen Tierarzt brauchten, um den Cäsar wieder zusammenzuflicken. In diesem Jahr wurde Renate mit ihrem Axel der 1. Vereinsmeister Agility der heutigen raindogs.

 

Im Jahr 2000 ging es dann immer weiter bergauf. Die Zahl der Mitglieder erhöhte sich auf 38. Die Anzahl der Turniere stieg enorm an. Darüber hinaus hatten (bzw. hatte ich) mir in den Kopf gesetzt, ein eigenes Agilityturnier auszurichten. Gesagt – getan: Am 07. Juli fand der erste Bayerwald-Agility-Cup auf dem Übungsplatz der OG Regen statt. Das Turnier war mit ca. 85 Startern fast ausgebucht. Die Organisation war fast perfekt – wäre da nicht der achtstündige Dauerregen gewesen. Von den Eindrücken dieses Turnier rührt auch unser jetziger Name „raindogs“. Trotzdem war diese Veranstaltung und das gesamte Jahr 2000 ein voller Erfolg. In der Jahresabschlussfeier des Vereins konnte ich als Spartenleiter stolze Zahlen präsentieren: Es wurden in diesem Jahr insgesamt 153 Prüfungen und A-Läufe, sowie 128 Jumpings gelaufen. Die Fahrleistung der am meisten gestarteten Mitglieder betrug je ca. 7000 Kilometer. Auch in diesem Jahr konnte sich Renate den Vereinsmeistertitel als erfolgreichstes Team mit Axel sichern.

 

Im Jahr 2001 stand die Sparte vor einer neuen Herausforderung. Aufgrund einiger wesent- licher Veränderungen in der Vorstandschaft der OG Regen wurde es erforderlich, über kurz oder lang einen neuen Trainingsplatz für die Sparte zu suchen. Die Anzahl der Mitglieder war zwischenzeitlich auf 49 Hundesportler angewachsen. Im Zusammenhang mit der Platzsuche wurde natürlich auch über eine eigene Vereinsgründung nachgedacht. Nach langer Suche wurde ich zunächst am Schützenhof zwischen Regen und Weißenstein fündig. Es konnte sofort ein 10jähriger Pachtvertrag mit dem Eigentümer abgeschlossen werden. Die Stadt Regen mit Bürgermeister Fritz Walter an vorderster Front hat uns alle Unterstützung zugesagt. Originalton Bürgermeister: „Wenn hier kein Hundeübungsplatz hinpasst, wo sonst“!
Obwohl das Gelände in einer Naturschutzzone lag, konnte in Vorgesprächen mit der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Regen alle Bedenken ausgeräumt werden. Auch der Lärmschutz war kein Problem. Versorgung mit Wasser und Strom war in Absprache mit der benachbarten OBAG und Wasserwirtschaftsamt Deggendorf ebenfalls geregelt. Fehlten eigentlich nur noch die Unterschriften der benachbarten Grundstückseigentümer. Dies waren die Stadt Regen, das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf und drei private Eigentümer, die allesamt ihre Wiesen (keine Häuser) rund um den Platz hatten. Nicht zu vergessen, dass die Jagdgenossenschaft Eggenried auch ganz in der Nähe ihr Revier hatte. Mit Ausnahme von einer Privatperson waren zunächst alle für uns. Nach dem Motto: „Bilde einen Arbeitskreis wenn du nicht mehr weiter weißt“, wurde dann aber eine Interessengemeinschaft gegen einen Hundeübungsplatz am Schützenhof gegründet. Wie die ganze Sache am Ende ausgegangen ist, könnt Ihr Euch ja denken. Sehenswert war auf alle Fälle, wer dann alles gegen uns unterschrieben hatte. Auf alle Fälle hatte mich die ganze Aktion fast ein Jahr Arbeit und den Verein ca. 1500,00 DM gekostet.
Ganz durch Zufall kam ich dann, auf der Suche nach einem Stellplatz für meinen Wohnwagen auf die Hirtenwiese und lernte zunächst den Werner und kurze Zeit später die Erika kennen. Als wir dann ins Gespräch kamen, bot uns unsere Wirtin Erika ganz spontan Ihr Gelände als Übungsplatz an. Im Mai zogen wir dann von Regen auf die Hirtenwiese um, verwandelten die Hanglage der untersten Trasse in einen Übungsplatz und veranstalteten bereits im Juli unseren 2. Bayerwald-Agility-Cup mit zusätzlichem Regionalligaturnier. Es erübrigt sich wohl, angesichts der kurzen Zeit näher auf den enormen Arbeitsaufwand der damaligen Mitglieder einzugehen. Aber……. wir hatten es rechtzeitig geschafft.
Neben einer Vielzahl von Arbeitseinsätzen waren wir natürlich auch sportlich noch sehr aktiv. In dieser Saison hatten wir uns erstmals entschieden, zusätzlich zu den Einzelläufen an Mann- schaftswettkämpfen teilzunehmen. Wir meldeten zwei Mannschafen a´ 4 Teams zur Regionalliga des SV. Was am Anfang niemand für möglich gehalten hatte, wurde dann plötzlich wahr. Unsere erste Mannschaft mit Anja Raithmeier, Renate Raithmeier, Christina Hoidn, Tamara Strasser und Johannes Geitner stieg in ihrer ersten Wettkampfsaison als einzigste bayerische Mannschaft in die Bundesliga auf. Vereinsmeister in diesem Jahr wurden in der Kategorie Mini Renate Raithmeier mit Axel sowie in Kategorie Maxi Johannes Geitner mit Minnie.

 

Im Jahr 2002 schlug dann die Stunde der raindogs regen e.V. Am 16.02.2002 fand im Vereinslokal „Hirtenwiese“ unsere Gründungsversammlung statt. Zu diesem Zeitpunkt zählten wir insgesamt 47 Mitglieder. Neben einer Menge Arbeit auf dem neuen Platz wurde am 27. Juli ein Gründungsturnier sowie der 3. Bayerwald-Agility-Cup auf der Hirtenwiese abgehalten. Zusätzlich veranstalteten wir zusammen mit dem Schäferhundeverein SV OG Ruhmannsfelden, für den unsere Bundesligamannschaft mittlerweile startete ein Zweitagesturnier mit Bundesligalauf auf dem Übungsplatz des SV OG Ruhmannsfelden. Auch in diesem Jahr wurde trotz aller Arbeit wieder fleißig gestartet. Das Jahr 2002 kann an Hand der Ergebnisse wohl als bisher erfolgreichstes Jahr der raindogs bezeichnet werden. Die raindogs standen in dieser Saison insgesamt 47-mal auf dem Stockerl.
Nach dem wir uns auf der Hirtenwiese so richtig eingelebt hatten, konnte auch das Vereins- leben wieder mehr gefördert werden. Trotz einiger umzugsbedingter Austritte konnte der Verein zum Jahresende einen Mitgliederzuwachs von 47 auf 53 Mitgliedern mit Stand vom 1.1.2003 verzeichnen.

 

Im Jahr 2003 ging es munter weiter. Es kam die Zeit der Hoiber-Hexen und des K-Teams. In der bayerischen Agilityszene hatte man sich entschieden, ähnlich wie in anderen Bundes- ländern, eine Vereinsmeisterschaft einzuführen. Voraussetzung für die Gestellung einer Mannschaft war mindestens fünf maximal sieben Teams an drei bestimmten Turnieren ins Rennen zu schicken. Und wieder einmal fielen die raindogs aus der Rolle. Wir waren nicht nur die einzigen, die gleich zwei Mannschaften (also insgesamt 14 Hundeführer und –innen) zur Anmeldung brachten, sondern auch bundesweit der einzige Verein, der eine reine Damenmannschaft sowie eine reine Herrenmannschaft vorweisen konnte. Die Tatsache, dass ein Grossteil der Mannschaften irgendwie verwandtschaftlich miteinander verbunden waren, machte die Sache nicht unbedingt leichter. Der Konkurrenzkampf schon in der Wintervorbereitung war enorm. Ein weiteres Highlight dieser Saison war die erstmalige Teilnahme von insgesamt 12 Teams bei der Bayerischen Meisterschaft in Kempten. Neben den Fetzigen Hunden aus Regensburg mit ebenfalls 12 Startern waren wir der teilnehmerstärkste Verein. Bereits zum zweiten Mal führ- ten wir auf dem Vereinsgelände ein Agilityseminar mit Gerhard Rubner durch. Auf Grund der guten Erfahrungen und der großen Nachfrage wurden innerhalb einer Woche gleich zwei Seminare durchgeführt. Und weil die meisten dann noch nicht genug hatten, hängen wir eine interne Vereinsmeisterschaft mit Gerdi als unparteiischen und fachkundigen Richter an. Ganzjahresmeister wurden in diesem Jahr in der Kategorie Maxi Tamara Strasser mit Aislinn, in der erstmals vergebenen Kategorie Midi Andrea Bacher mit Kevin sowie in der Kategorie Mini mit Abo-Siegerin Renate Raithmeier mit Axel.

 

Auf dieses Jahr möchte ich natürlich im Rahmen meines Jahresberichtes etwas genauer eingehen: Zu Beginn des vergangenen Jahres erfuhr der Verein im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung wieder eine ganze Menge an Neuzugängen. Die Anzahl der Mitglieder stieg von 53 auf 61 Mitglieder an. Für mich ist das immer wieder ein Zeichen für die Tatsache, dass wir zu einem auf dem richtigen Weg sind, und das es zum anderen weit und breit keine vernünftige Alternative zur Ausübung von Hundesport unabhängig von Alter, Größe und Rasse gibt. Auch 2004 war geprägt von Arbeit und sportlicher Leistung. Im Mittelpunkt stand wieder die Durchführung des mittlerweile 5. Bayerwald-Agility-Cups. Auch diese Veranstaltung wurde von den Mitgliedern in bewährter Manier und mit größtem Einsatz durchgeführt. Dem Engagement aller Mitglieder haben wir es zu verdanken, dass die Veranstaltungen der raindogs in der Agilityszene in Bayern einen hervorragenden Ruf erhalten haben.
Als besonders erfreulich bezeichne ich die Tatsache, dass am 21. März 2004 drei Vereinsmitglieder Ihre Trainerprüfung mit Erfolg absolviert haben. Angelika Kramer, Anita Kops sowie Hartmut Kops haben sich im vergangenen Jahr bereit erklärt, sich der Prüfung und den entsprechenden Vorbereitungsseminaren zu stellen. Dies war mit Sicherheit nicht immer ganz einfach. Besonders Angelika Kramer steht seit dieser Zeit wöchentlich dem Verein als Trainerin zur Verfügung und stellt somit eine enorme Entlastung für mich und natürlich auch für unsere zweite aktive Trainerin Christine Kroner dar.
Auch gab es wieder eine Reihe von Veranstaltungen, Vorführungen und Terminen von denen ich einige kurz aufführen möchte:

01. Februar: Tagung der BLV-KG VI
07. Februar: JHV 2004
27.-28. März: Berti-Seminar in Moosburg
02. April: KG-Agility-Treffen in Regensburg
29. April: Vorführung bei der Lebenshilfe in Schweinhütt
26. Juni: Vorführung beim Tag der offenen Tür im Tierheim
14. August: Vorführung in Arnbruck
August: Ferienprogramm der Stadt Regen
24.-26. Sept: Besuch der Agility WM in Montichiari/Italien
10. Okt: gleich zwei Vorführungen beim verkaufsoffenen Sonntag in Zwiesel
15. Okt: KG-Agility-Treffen in Regensburg
23. Okt: Vorführung beim Kaitersbacher Hof
15. Nov: Umzug in die Halle nach Bettmannssäge
27. Nov: Weihnachtsfeier

Es ist mittlerweile fast unmöglich geworden, alle Starts und Erfolge detailliert aufzuführen ohne Gefahr zu laufen, jemanden zu vergessen. Aus diesem Grund habe ich mir die wichtigsten Veranstaltungen rausgepickt. An der Bayerischen Vereinsmeisterschaft haben wir uns wieder mit zwei Mannschaften beteiligt und somit die Geschichte über den Kampf zwischen Hoiber-Hexen und K-Team um ein Kapitel erweitert. Es war sogar gelungen, einen Hexerich in die Damenwelt einzuschleusen. Weitere Highlights waren die Teilnahme an der KGA in Eggenfelden mit 18 Startern sowie an der BM in Weißenburg mit 15 Startern. An dieser Stelle möchte ich mich ganz speziell bei diesen Startern für ihre gezeigten Leistungen und ihr sportlich faires Auftreten zum Wohle des Ansehens des Vereins bedanken. Die meisten Anwesenden wissen inzwischen, dass ich großen Wert auf die Teilnahme an diesen Veranstaltungen lege. Hierbei geht es in erster Linie darum, den Verein innerhalb der Kreisgruppe bzw. innerhalb des gesamten Verbandes zu repräsentieren. Dies ist uns in den letzten beiden Jahren durch entsprechendes Auftreten und die gezeigten Leistungen hervorragend gelungen.
Neben der Teilnahme an Turnieren haben auch im letzten Jahr wieder einige Hundeführer ihre Begleithundeprüfung bestanden.

 

Seitdem sind die raindogs ein fester Begriff in der Hundesportwelt und die großen Erfolge einiger Mitglieder sprechen für sich!